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In den Verhandlungen über den Zugang der Hochschulen zu öffentlich finanzierten Publikationen konnte swissuniversities im Jahr 2020 mit den Grossverlagen Elsevier und Springer Nature ein Read & Publish-Abkommen abschliessen, mit Wiley kam es 2021 zu einer Einigung. Neben den Verhandlungen mit den drei Grossverlagen Elsevier, Wiley und Springer, die von swissuniversities geführt werden, gibt es auch Verhandlungen mit weiteren Verlagen. Diese Verhandlungen werden vom Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken und der ETH-Bibliothek geführt. 

Verhandlungen und Resultate 

  • Wiley: Im Frühjahr 2021 konnte ein Abkommen mit Wiley getroffen werden. Dies ermöglicht den Zugriff auf alle Zeitschriften von Wiley. Zudem können Autorinnen und Autoren der ETH Zürich in weitgehend allen Zeitschriften von Wiley open access publizieren, ohne dass für sie Kosten anfallen. Weitere Informationen zum Abkommen mit Wiley entnehmen Sie der Aktuellmeldung vom 29. April 2021.
  • Elsevier: Angehörige der ETH Zürich haben nicht nur Zugriff auf nahezu alle Zeitschriften auf ScienceDirect, sie können auch seit Frühjahr 2020 in sämtlichen Zeitschriften von Elsevier kostenlos open access publizieren. Weitere Informationen zum Abkommen mit Elsevier entnehmen Sie der Aktuellmeldung vom 15. April 2021.
  • Springer Nature: Im Sommer 2020 konnte mit Springer Nature ein Read & Publish-Vertrag abgeschlossen werden, was es Angehörigen der ETH seit dem 1. Juli 2020 ermöglicht, kostenlos in weitgehend allen Zeitschriften von Springer Nature open access zu publizieren. Zudem ist der Zugriff auf nahezu alle Zeitschriften des Verlags gewährleistet. Über weitere Details zum Abkommen mit Springer Nature berichtet die Aktuellmeldung vom 1. Juli 2020. Autorinnen und Autoren aus der ETH Zürich ermöglicht eine separate Vereinbarung die kostenlose Publikation über die ETH-Bibliothek in den Gold-Open-Access-Zeitschriften der Springer-Imprints BioMedCentral und SpringerOpen. Der Vertrag mit Springer Nature läuft Ende 2022 ab und die Erneuerungsverhandlungen werden im Frühjahr 2022 aufgenommen.

  • American Institute of Physics (AIP): Das Abkommen ermöglicht es Angehörigen der ETH, in allen hybriden Zeitschriften von AIP zu publizieren. Diese Abmachung ist gültig für alle Artikel mit Datum der Annahme im Jahr 2022. 
  • American Chemical Society (ACS): Mit ACS wird bereits seit 2020 verhandelt. Bisher konnte keine Einigung erzielt werden. Der bestehende Read-Vertrag wurde für 2022 mit einer reduzierten Preissteigerung erneuert. Die Verhandlungen werden im Jahr 2022 weitergeführt.  
  • Cambridge University Press: Angehörige der ETH können seit 2021 in sämtlichen Zeitschriften der Cambridge University Press, inklusive der Gold-Open-Access-Publikationen publizieren. Diese Abmachung gilt für alle Artikel mit Publikationsdatum ab dem Jahr 2021. Zudem ist neu der Lesezugriff auf alle Zeitschriften der Cambridge University Press ab 1997 möglich. 
  • Company of Biologists: Angehörige der ETH können ab 2022 unlimitiert in allen hybriden Zeitschriften der Company of Biologists publizieren. 
  • IEEE: Ab 2022 können Angehörige der ETH in allen Gold-Open-Access-Publikationen von IEEE publizieren. Die hybriden Zeitschriften sind vorerst noch ausgeschlossen, die Verhandlungen werden jedoch im Jahr 2022 weitergeführt. Für die hybriden Zeitschriften gibt es die Möglichkeit, via Green Open Access in der Research Collection zu veröffentlichen. Dies ist bei IEEE meist zeitgleich mit der Publikation in der Zeitschrift möglich. 
  • Institute of Physics (IOP): Angehörige der ETH können unlimitiert in sämtlichen Zeitschriften von IOP publizieren, inklusive der Gold-Open-Access-Publikationen. Ausgeschlossen sind die Zeitschriften der Electrochemical Society (ECS) und der American Astronomical Society (AAS). Diese Abmachung gilt für alle Artikel mit Genehmigungsdatum im Jahr 2022. 
  • Karger: Ab 2022 können Angehörige der ETH in sämtlichen Zeitschriften des Verlags Karger Open Access publizieren. Diese Abmachung ist gültig für alle Artikel mit Einreichungsdatum ab 2021. Zudem besteht neu Lesezugriff auf das gesamte Zeitschriftenportfolio von Karger ab 1998. 
  • MIT Press – Direct to Open (D2O): Die ETH-Bibliothek unterstützt seit 2022 das «Direct to Open»-Programm (D2O) der MIT Press. Mit D2O wird ein Teil der Bücher des Verlags vom klassischen Kaufmodell in ein kollaboratives, von Bibliotheken auf der ganzen Welt gestütztes Open-Access-Modell überführt. Für Autoren fallen für die Publikation in den Büchern des Programms keine Kosten an. 
  • Oxford University Press (OUP): Mit OUP wird bereits seit 2020 verhandelt. OUP und das Konsortium konnten sich bis im April 2022 nicht auf einen Read & Publish-Vertrag einigen, und die Verhandlungen werden bis auf weiteres nicht weitergeführt (No Deal). Der Zugriff auf die Inhalte bis und mit 2021 ist sichergestellt. Die Inhalte ab 2022 sind nicht mehr frei zugänglich. Weitere Informationen
  • Royal Society of Chemistry (RSC): Das Abkommen mit der Royal Society of Chemistry wurde 2018 abgeschlossen. Es ist der erste Read & Publish-Vertrag, den die ETH-Bibliothek und das Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken abschliessen konnten. Angehörige der ETH können unlimitiert in allen hybriden Zeitschriften der Royal Society of Chemistry publizieren.
  • SAGE: Das Abkommen ermöglicht es Angehörigen der ETH in allen hybriden Zeitschriften von SAGE zu publizieren. Diese Abmachung gilt für alle Artikel mit Datum der Annahme ab 2021. 
  • Taylor & Francis: Angehörige der ETH können in nahezu allen Hybrid- und Gold-Zeitschriften von Taylor & Francis publizieren. Diese Abmachung gilt für alle Artikel mit Datum der Annahme ab 2021.  
  • Trans Tech Publications: Neben dem unlimitierten Zugriff auf das gesamte Zeitschriftenportfolio des Verlages Trans Tech Publications können Angehörige der ETH neu kostenlos in allen Zeitschriften des Verlages publizieren. Diese Abmachung gilt für alle Artikel mit Einreichungsdatum im Jahr 2021.

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Detaillierte Informationen zum Open-Access-Publizieren entnehmen Sie der Informationsseite zur APC-Finanzierung. 

Häufig gestellte Fragen (FAQ): Zu den Verhandlungen

Warum wird verhandelt? 

Lizensieren und Publizieren

Lizensierung: Die bestehenden Vereinbarungen über den Zugriff auf die Inhalte der wichtigsten wissenschaftlichen, technischen und medizinischen Verlagshäuser unterliegen erheblichen Erhöhungen der jährlichen Lizenzgebühren und sind in der Regel nicht konform mit der nationalen Open-Access-Strategie und den Richtlinien der Geldgeber.

Publizieren: Eine wachsende Anzahl von Forschenden veröffentlicht ihre Forschungsergebnisse open access. Hybride Zeitschriften werden doppelt finanziert («double-dipping»), indem sie separate Gebühren für das Abonnement und das Publizieren von Open-Access-Artikeln erheben). Die Kosten für dieses Publikationsmodell sind hoch und werden weiter steigen.

Welches sind die Kernpunkte der jüngsten Verhandlungen?

Das Verhandlungsteam verfolgt klare Ziele, die es im Interesse aller Schweizer Hochschulen erreichen möchte.

Ziele

  • Lizenzierung und Open Access sind eng miteinander verknüpft: Alle Artikel, die von Forschenden an Schweizer Universitäten in einer Zeitschrift der vorgenannten drei Verlage veröffentlicht werden, müssen umgehend auch open access zugänglich sein.
  • Als Teil der Vereinbarung müssen Verlage fortlaufenden Zugriff auf ihre gesamten Zeitschrifteninhalte gewähren.
  • Kostenneutralität: kein Open Access = keine Preiserhöhung. Wenn keine vertragliche Vereinbarung mit den Verlagshäusern hinsichtlich Open Access erreicht werden kann, sollen in Zukunft keine Preiserhöhungen mehr akzeptiert werden.
  • Transparente Lizenzabkommen: Die Abkommen dürfen keine Vertraulichkeitsbestimmungen enthalten.

Wie unterscheiden sich die Lizensierungsmodelle? 

Traditionelle Lizenzierungsmodelle für den Zugriff auf wissenschaftliche Publikationen orientieren sich häufig an der Grösse der abonnierenden Institution (Anzahl der Vollzeitbeschäftigen) und den Abonnementgebühren für ehemals gedruckte Zeitschriften. Die von der Institution getragenen Kosten für Open-Access-Publikationen (APCs) bleiben in solchen Modellen unberücksichtigt. Die jährlichen Gebührenerhöhungen für diese Modelle schwanken zwischen durchschnittlich 3 und 6 % oder mehr.

Transformationsvereinbarungen bündeln die ausgehandelten Preisbedingungen für den Zugriff auf wissenschaftliche Veröffentlichungen und die Publikationsdienstleistungen in einem einzigen Vertrag, um Ausgaben zu verschlanken und doppelte Kosten zu vermeiden.

  • «Read & publish»-Vereinbarung
    Dieses Vertragsmodell bündelt in einer Pauschale den Lesezugriff (welcher der abonnierenden Institution Zugang zu den Zeitschriften eines Verlags bietet) und das Open-Access-Publizieren in diesen Zeitschriften (ohne die Zahlung von APCs).
  • «Publish & read»-Vereinbarung
    Bei diesem Modell bezahlen die Institutionen nur für das Open-Access-Publizieren. Der Preis ist abhängig von den Publikationsaktivitäten der Institution. Autorinnen und Autoren einer Institution können ohne die Zahlung individueller APCs Open-Access-Artikel publizieren. Der Zugriff auf die Zeitschrifteninhalte ist inbegriffen.

Welche Aufgabe hat swissuniversities? 

Mit dem Ziel, eine «Read & publish»-Lösung zu finden, die dem gesamten Wissenschaftsbetrieb der Schweiz zugutekommt, verhandelt ein von swissuniversities beauftragtes Team seit Januar 2019 mit den drei Grossverlagen Elsevier, Springer Nature und Wiley.

Das Team verhandelt im Namen aller Schweizer Hochschulen, einschliesslich der EPF Lausanne und der ETH Zürich.

Einzelinstitutionen haben zugesagt, so lange keine parallelen Verhandlungen mit diesen drei Verlagshäusern zu führen, bis die Ziele der laufenden Verhandlungen erreicht wurden.

Die Solidarität im Rahmen dieser Initiative kann zur Folge haben, dass eine Situation ohne Übereinkunft (keine Abonnemente, kein Zugriff) akzeptiert werden muss, falls die bestehenden Vereinbarungen ablaufen, bevor die Verhandlungsziele erreicht werden.

Mehr Informationen zu den Verhandlungsstrategien und -zielen von swissuniversities

Welche Aufgabe hat das Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken? 

Neben den Grossverlagen verhandelt das Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken mit diversen Verlagen über «Read & Publish»-Lösungen und konnte bereits diverse Abkommen abschliessen. Im Gegensatz zu den Verhandlungen mit den Grossverlagen sind die teilnehmenden Einzelinstitutionen aktiv in die Verhandlungen involviert.  

Mehr Informationen zu Open Access beim Konsortium der Schweizer Hochschulbibliotheken

Welche Aufgaben hat die ETH-Bibliothek? 

Ausgenommen der Verhandlungen mit den Grossverlagen ist die ETH-Bibliothek aktiv in die Verhandlungen des Konsortiums der Schweizer Hochschulbibliothek involviert. In einer Arbeitsgruppe mit den anderen teilnehmenden Institutionen werden die Offerten gemeinsam diskutiert und Verhandlungsschritte geplant. Zudem verhandelt die ETH-Bibliothek mit allen Verlagen wo keine Konsortiallizenz vorhanden ist. 


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